Die Kontrolleure sind mit Waffen und manchmal auch mit Hubschrauber ausgerüstet (vor kurzem ist aber das Geld gekürzt worden...) und meistens kommt auch ein/e Rechtsanwalt/in mit.
Entweder erfahren sie durch geflüchtete Sklaven den Standort der Fazendas ( wobei diese es auch oft nicht so genau wissen, denn sie sind ja auf ihrer Flucht quer durch den Wald geirrt) oder sie führen Routinekontrollen durch, was weitaus häufiger ist, denn die entlaufenen Sklaven haben meistens viel zu große Furcht um sich bei den Behörden zu melden. Das ganze Rechtssystem in Brasilien ist korrumptiert, so dass sie Gefahr laufen bei der Polizei und den Behörden auf Beamte zu stoßen, die mit den Großgrundbesitzern befreundet, verwandt oder geschäftlich verbunden sind. Es kann ihnen leicht passieren, dass sie sich dabei selbst verraten und zur Fazenda zurückgebracht werden oder als Abschreckung für die anderen ermordet werden.
Wenn es der Kontrolltrupp schafft, nach stundenlanger Fahrt auf holprigen Feldwegen, die Fazendas zu erreichen, passiert es manchmal, dass sie von den Aufsehern und Anwerbern beschossen werden. Diese Waffen sind meist illegaler Besitz, was durch die/den Rechtsanwalt/in dann vor Ort registriert wird. Doch die Sklaven, der eigentliche Grund für ihre Aktion, finden sie oft nicht. Die Großgrundbesitzer warnen sich meistens gegenseitig (und bei den Routinekontrollen der Regierung ist es noch leichter), sodass die Sklaven schnell im Wald versteckt werden können. Wenn der Kontrolltrupp nicht schnell genug ist, kann er dem Großgrundbesitzer auch nichts außer dem meist illegalen Waffenbesitz vorwerfen (brasilianisches Gesetz). Falls sie aber Glück haben, finden sie die Sklaven. Dann werden die in dem Ladenbuch festgehaltenen Schulden mit dem ausstehenden Lohn abbezahlt. So bleibt meist nur sehr wenig oder gar nichts von dem sowieso geringen Lohn übrig. Die Großgrundbesitzer werden mit Strafen belegt, die jedoch bei dem korrupten Rechtssystem nicht viel nützen.
Die befreiten Sklaven haben dann zwar ihre Freiheit wieder, jedoch immer noch keine Arbeit und kein Land. Es kommt häufig vor, dass sie wieder zurück zur Fazenda laufen oder sich von einem anderen Anwerber locken lassen uns so schließt sich der Teufelskreis wieder. Meistens schämen sich die Landlosen viel zu sehr um nach Hause zurückzukehren, denn sie glauben, dass sie versagt haben, sie bringen ja kein Geld mit.